"Franc Walter" schrieb:
> kann ich, wenn ich diesen Hack ausführe, der unter Windows XP
> Professional Raid 1 und 5 ermöglicht, ein laufendes Windows XP
> professional SP2 in Raid 1 umwandeln, wenn ich eine weitere Festplatte
> einbaue?
Du meinst sicher diesen [1] und ja, das geht schon. Aber ich empfehle es
niemanden zu tun, gebe aber gern Hilfestellung aus eigener Erfahrung
damit. Nur sinnvoll für all jene, deren Board "dummerweise" kein
hardwareunterstütztes (pseudo-) Softwareraid kann _und_ deren System
ernsthaft null bis ein paar mal resettet werden muss. (Eine Spiegelung
wird ohne sauberen Herunterfahren immer komplett wiederholt!). Ich weiß,
es ist viel Text, aber das Vorhaben ist auch nicht trivial:
> Oder geht das Raid 1 nur für Nicht-Systempartitionen?
Geht auch für Systempartitionen, ich hatte es lange Zeit selbst im
Einsatz.
Doch aufgepasst:
0. Vor dem Versuch unbedingt eine komplette 1-zu-1-Sicherung der
Festplatte durchführen. Z.B. auf die zukünftige neue Spiegelplatte, die
während der Modifikationen der Dateien eh noch nicht benötigt wird.
Bootet XP und sind im diskmgmt.msc die neuen Funktionen verfügbar, kann
man die Sicherung löschen.
1. Dazu ist eine praktisch unwiderrufliche Umwandlung zu dynamische
Datenträger erforderlich. (suche Infos darüber, bevor du es wirklich
machst!). Nachteile haben sich allerdings bei mir nie gezeigt.
2. Ein nachträgliches Installieren von XP-ServicePacks ersetzt die von
dir für diesen Zweck modifizierten Dateien (erneutes Modifizieren wäre
nötig). Die Möglichkeit dass ein zukünftiges XP-Update diese Dateien
ersetzt, besteht (ist aber denkbar unwahrscheinlich). Man sollte dies
wissen!
3. Die Anleitung nach dem von mir genannten Link ist ein wenig
fehlerhaft. Die Datei dmboot.sys musste ich an der Position 0x0001107A
editieren, nicht wie vom Autor auf Seite 2 notiert bei 0x0000f1f0.
4. Um das dadurch aktivierte Bootmenü zeitlich ein wenig zu verkürzen,
kann man in der bekannten boot.ini den timeout Wert ändern.
Sinnvoll für all diesen Zweck ist die lokale Installation der
Wiederherstellungskonsole:
XP-CD einlegen, Start, Ausführen, X:\i386\winnt32.exe /cmdcons
Um mit dieser Zugriff auf alle Pfade (und ggf. auf Diskette) zu
erhalten, vorher secpol.msc und unter Lokale Richtlinien,
Sicherheitsoptionen, (ganz unten) Wiederherstellungskonsole: Kopieren
von Disketten und Zugriff auf alle Laufwerke und Ordner zulassen:
Aktiviert
erst danach greift in der Konsole auch:
set AllowAllPaths = True
set AllowRemovableMedia = True
In einer VM hatte ich einen Fehlerfall einst produziert. Nur eine der
beiden Festplatten war wirklich bootfähig. Dies ist aber kein Problem,
schließlich geht es um die Daten und ein fixboot / fixmbr bringt im
wahrsten Sinne eines Notfalls die andere Platte wieder bootfähig.
Wenn es dann läuft, braucht man wenigstens keine (kritischen) Sorgen um
einen Festplattenausfall zu haben. Die Schreibgeschwindigkeit /
Zugriffszeit wird ein wenig minimiert, nicht spürbar. Und solange der
Rechner nicht Monate lang durchläuft, braucht man wohl auch keine Angst
vor einem Motor-Stillstand beider Platten nach einer Auszeit haben. Ach
ja: die Platten sollten allerdings, wenn man es wirklich braucht, für
24/7 ausgelegt sein (Hersteller geben dies an!).
[1]
http://www.tomshardware.com/de/raid-...ichte-959.html
Viel Erfolg,
Maximilian Schmidt
PS: Du wirst merken, solange man eine Spiegelung hat, wird keine
Festplatte mehr Gefallen an einem Ausfall haben. Seltsamerweise scheinen
Festplatten nur dann kaputt zu gehn, wenn dem Benutzer dadurch auch ein
wertvoller Datenverlust droht. Oder die Qualität ist einfach besser
geworden. Dennoch kann ich es sehr gut nachvollziehen, unbedingt ein
(zeitsynchrones) "Backup" zu halten. Wie las ich erst neulich so schön:
Daten die man nur einmal hat, hat man kein mal.